Algen – das Grüne Gold der Meere


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Algen – das Grüne Gold der Meere

Die schier unerschöpfliche Ressource aus den Ozeanen

Heute erfährst du, was wir von den Fischen lernen können. 🙂 Dabei dreht sich alles um Algen. Ihr Status als Superfood hat sie in den Fokus gesundheitsbewusster Verbraucher:innen und Gourmetchefs gerückt. Seetangsalat und Miso, Detox-Algen und Agar-Agar sind im wahrsten Sinne in aller Munde. Algen gelten als das grüne Gold der Meere. Sie werden als Nahrungsergänzung ebenso geschätzt wie für exotische Speisen. Aber was macht Algen so besonders? Wo kommen sie her? Und für uns Voodies besonders wichtig: wie können wir sie in unsere tägliche Ernährung integrieren?

Algen als traditionelles Lebensmittel und mehr

Algen wurden in Asien, insbesondere in Japan, schon vor Jahrtausenden als Nahrungsquelle entdeckt. Traditionell in der japanischen Küche verankert, spielen sie eine zentrale Rolle in Gerichten wie Sushi und Miso-Suppe. In Europa gewinnt die Algenkultivierung erst seit einigen Jahrzehnten an Bedeutung, beispielsweise in der Bretagne, wo Algen sowohl für kulinarische als auch für kosmetische Zwecke angebaut werden.

Doch auch in Europa, vorrangig in den nördlichen Gegenden, haben Algen in verschiedenen Anwendungsbereichen eine lange Geschichte. So wurden sie in Irland und Schottland als Nahrungsmittel genutzt. Man sammelte und trocknete vor allem Seetang für verschiedene Gerichte. Eine Praxis, die Jahrhunderte zurückreicht. In Wales war der Verzehr von Algen ebenfalls gängig, wobei Laverbread, ein Gericht aus pürierten Algen, besonders bekannt ist. In Island dienten Algen während Nahrungsmittelknappheiten als wichtige Nahrungsquelle. In Norwegen wiederum wurden sie traditionell als Dünger in der Landwirtschaft eingesetzt, um die Bodenqualität zu verbessern.

In Frankreich begann im 17. Jahrhundert die industrielle Ernte von Algen im Atlantik, vorrangig zur Gewinnung von Jod und Alginat für verschiedene Industriezweige. Im 19. Jahrhundert wurden Algen in Europa auch für therapeutische Zwecke in SPAs und Wellnesszentren verwendet. Und in der traditionellen Medizin verschiedener europäischer Kulturen wurden sie aufgrund ihrer heilenden Eigenschaften geschätzt. Diese historischen Nutzungen von Algen zeigen, wie vielseitig und wichtig diese Ressource in verschiedenen Kulturen und über verschiedene Zeitalter hinweg war und wieder ist. Der heutige Trend ist also eher eine Renaissance als eine Neu-Entdeckung.

Von den Fischen lernen

Algen sind eine hervorragende Quelle für Nährstoffe, insbesondere Omega-3-Fettsäuren, die sonst hauptsächlich in Fisch vorkommen. Der Grund dafür ist simpel: die Fische holen sich ihren Bedarf an verschiedensten Fettsäuren und anderen Nährstoffen von den Algen. Dieses beliebte „Fischfutter“ ist reich an Mineralstoffen wie Jod, Zink, Selen, Kalium, Calcium und Eisen sowie Vitaminen, unter anderen A, C und E, und bietet so auch für uns eine vegane Alternative als Nahrungsergänzungsmittel. Das schmeckt auch den Fischen, denn den Weg übers Fischöl kann man sich sparen. Dabei sind Algen kalorienarm, was für eine „stromlinienförmige“ Figur hilfreich sein kann.

Spirulina und Chlorella – zwei Superstars der Meere

Zwei Algen haben sich zu wahren Superstars entwickelt, wohl nicht ganz ohne Grund. Spirulina und Chlorella sind zwei Mikroalgenarten, die in der heutigen Zeit zunehmend beliebt geworden sind, hauptsächlich aufgrund ihrer bemerkenswerten ernährungsphysiologischen Eigenschaften und gesundheitlichen Vorteile. Spirulina, eine blau-grüne Alge, ist bekannt für ihren hohen Proteingehalt und ihre Fülle an Vitaminen, Mineralstoffen und Antioxidantien. Sie wird oft als Superfood gepriesen, da sie eine reiche Quelle für essenzielle Fettsäuren, insbesondere den erwähnten Omega-3-Fettsäuren, sowie für Eisen und B-Vitamine ist. Chlorella, eine grüne Alge, zeichnet sich durch einen hohen Gehalt an Chlorophyll aus und wird für ihre entgiftenden und immunstärkenden Eigenschaften geschätzt. Als Pulver machen sie sich als bläulich-grüne Power gut in Smoothies.

Meeresgemüse in der Gourmetküche

In der Spitzengastronomie werden Algen wegen ihres einzigartigen Geschmacks und ihrer Textur geschätzt. Dabei wissen die Top-Köche und -Köchinnen: Algen schmecken keineswegs nur nach Meer. Bestimmte Arten erinnern geschmacklich an Speck oder Gewürze wie Anis. Sie bieten eine Palette von Aromen – von süßlich bis umami – und verleihen jedem Gericht eine besondere Note. Algen wie Nori, Kombu und Wakame sind nicht nur in Asien, sondern auch in der französischen Küche, wo Wakame als Delikatesse gilt, beliebt. Algenpulver verfeinern auch deine veganen Highlightrezepte wie beispielsweise diese Tonnato-Alternative.

Als absolute Trend-Getränk gilt die sogenannte Einhorn-Latte: Dazu brauchst du ein kleines Stück frischen Ingwer, zwei Datteln, 2 TL Algenpulver, 1 TL Vanille und 500 g Cashewdrink, aus denen du in einem guten Mixer einen sämig-blauen Drink zauberst. Tipp: mit Eiswürfeln auch eine geniale Eiskaffee-Alternative.

Mindestens genauso trendig sind ein österreichisches Algenlimo, ein Algenbier aus Kopenhagen und  wie krosser Speck schmeckender Lappentang, gereicht zum Bier …

Algen sind (auch) Wurst

Wer hätte es gedacht! Algen schaffen sogar den Weg auf unseren Grill. Die Firma Viva Maris hat als Beispiel  vegane Bratwurst und Wiener Würstchen entwickelt. Dabei können Algen als Geschmackszutat oder als natürliches Verdickungsmittel eingesetzt werden, eine weitere besondere Eigenschaft von Algen.

Ein hoher Carrageen-Gehalt vor allem bei Rotalgen macht so coole Dinge wie Agar-Agar möglich. Wer ohne tierische Zusatzprodukte genießen möchte, für den ist Agar-Agar eine vegane Alternative zu Gelatine. Das pflanzliche Bindemittel ist ein Kohlenhydrat (Vielfachzucker), das aus den Zellwänden von Algen gewonnen wird. Vor allem in Japan und China ist Agar-Agar seit Jahrhunderten bekannt, mittlerweile wird weltweit damit gekocht. Sterneköche lieben es!

Integration in die tägliche Ernährung

Algen lassen sich leicht in den täglichen Speiseplan integrieren. Hier sind einige Ideen für dich:

Grüner Smoothie mit Spirulina oder Chlorella: Eine Mischung aus frischem Obst, Spinat oder anderem grünen Blattgemüse und einer Prise Algenpulver für einen nährstoffreichen Start in den Tag. Detox und Power – mixe das Meeresgold mit deinen Lieblingszutaten!

Misosuppe: Eine traditionelle japanische Suppe, bereichert mit Wakame oder Kombu für einen authentischen Geschmack. Genieße umami pur! Probier mal unser Rezept! Und auch die fertigen Miso-Pasten in unserem Shop. Manche verwenden Miso anstelle von Gemüsebrühe.

Algensalat: Eine erfrischende Kombination aus verschiedenen Algenarten, angemacht mit einem würzigen Dressing. Knackig und fresh!

Vegane Sushi-Variationen: Hast du schon mal mit Nori-Blättern experimentiert, um köstliche vegane Sushi-Kreationen zu zaubern? Alles darf dabei in die Rolle!

Qualitätsstandards rund um den Globus

Wie sieht es mit der Lebensmittelqualität aus? Was ist mit japanischen Algen – wegen Fukushima?

Die überwiegende Mehrheit der Algen, die in Europa auf den Markt kommen, stammt nicht aus Japan, sondern aus streng kontrollierten Aquakulturen in anderen Teilen der Welt, wie zum Beispiel der Bretagne in Frankreich. Diese Regionen sind bekannt für ihre sauberen Gewässer und nachhaltigen Anbaumethoden. Darüber hinaus unterliegen importierte Algen aus allen Ländern, einschließlich Japan, strengen Kontrollen und Tests, um sicherzustellen, dass sie den höchsten Gesundheitsstandards entsprechen. Die Europäische Union hat sehr strenge Vorschriften für Lebensmittelsicherheit, die regelmäßig aktualisiert und überprüft werden, um den Verbraucherschutz zu gewährleisten. Es ist auch erwähnenswert, dass Japan selbst äußerst strenge Qualitätskontrollen für seine Exportprodukte durchführt. Japanische Lebensmittelhersteller sind sich der Bedenken der internationalen Gemeinschaft bewusst und arbeiten unermüdlich daran, das Vertrauen der Verbraucher in ihre Produkte zu stärken.

In der Gesamtbetrachtung können wir uns darauf verlassen, dass die Algen, die wir in Europa kaufen, sicher, nahrhaft und frei von gesundheitsschädlicher Kontamination sind. Dies gibt uns die Freiheit, die vielfältigen und köstlichen Algenprodukte zu genießen, die aus aller Welt zu uns kommen, ohne Bedenken über ihre Qualität oder Sicherheit.

Kleines Algen-Wiki

Wir haben für dich die am häufigsten gegessenen Algen und ihre Nutzung in der Küche zusammengetragen:

Wakame:

  • Eine braune Alge, die in der japanischen und koreanischen Küche weit verbreitet ist.

  • Wird oft in Salaten, Suppen (wie Miso-Suppe) und als Beilage verwendet.

  • Bekannt für ihren zarten Geschmack und ihre leicht knusprige Textur.

  • Sehr beliebt in Frankreich! 

Kombu:

  • Eine dunkle, getrocknete Meeresalge, die hauptsächlich in der japanischen Küche verwendet wird.

  • Dient als Grundlage für Dashi, eine Brühe, die die Basis vieler japanischer Gerichte bildet.

  • Kann auch in eingelegter Form oder als Zutat in Eintöpfen und Suppen verwendet werden.

Spirulina:

  • Eine blau-grüne Mikroalge, bekannt als Superfood wegen ihres hohen Nährstoffgehalts.

  • Häufig in Form von Pulver oder Tabletten als Nahrungsergänzungsmittel verwendet.

  • Wird auch in Smoothies, Energieriegeln und anderen gesundheitsorientierten Lebensmitteln eingemischt.

Chlorella:

  • Eine grüne Mikroalge, die für ihre entgiftenden Eigenschaften und ihren hohen Chlorophyllgehalt bekannt ist.

  • Meist in Form von Tabletten oder Pulver als Nahrungsergänzung konsumiert.

  • Kann in Smoothies, Tabletten und in einigen gesundheitsfördernden Snacks gefunden werden.

Eucheuma-Alge:

  • Eine rote Alge, die häufig in der Lebensmittelindustrie als Quelle für Carrageen verwendet wird.

  • Carrageen wird als Verdickungsmittel und Stabilisator in einer Vielzahl von Lebensmitteln eingesetzt.

Saccharina Latissima:

  • Auch bekannt als Zuckertang, eine Braunalge, die in den kühlen Gewässern des Atlantiks und des Pazifiks vorkommt.

  • Wird in getrockneter Form als Zutat in Suppen, Salaten und als Beilage verwendet.

  • Bekannt für ihren leicht süßen Geschmack und ihre nährstoffreiche Zusammensetzung.

Hijiki:

  • Hijiki ist eine dunkle, fast schwarze Meeresalge mit einer feinen, fadenförmigen Struktur.‘

  • Sie wird häufig in der japanischen Küche verwendet und ist bekannt für ihren leicht nussigen, erdigen Geschmack.

  • Vor dem Kochen wird Hijiki in der Regel eingeweicht, um sie zu erweichen, und dann in Gerichten wie Salaten, Eintöpfen oder gemischt mit gekochtem Getreide und Gemüse verwendet.

  • Hijiki ist reich an Ballaststoffen, Mineralien (insbesondere Eisen) und Vitaminen.

Arame:

  • Arame ist eine weitere braune Meeresalge, die in dünnen, zarten Streifen kommt und eine süßlichere Note als Hijiki hat.

  • Sie wird oft eingeweicht und dann zu Salaten, Sushi-Füllungen oder Beilagen hinzugefügt.

  • Arame ist besonders beliebt in der makrobiotischen Küche und wird geschätzt für ihren hohen Gehalt an Jod, Kalzium und anderen Mineralien.

Nori:

  • Nori ist eine grüne Meeresalge, die in dünnen Blättern getrocknet und für die Herstellung von Sushi-Rollen verwendet wird.

  • Sie ist knackig mit einem leicht salzigen Geschmack und ist auch in gerösteter Form als Snack beliebt.

  • Nori wird ebenfalls in Streifen geschnitten als Garnierung für Nudelgerichte, Salate und Reisbällchen (Onigiri) verwendet.

  • Sie ist eine gute Quelle für Proteine, Vitamine (vor allem B-Vitamine) und Mineralien, einschließlich Jod.

Algen können wohl zu Recht als grünes Gold des Meeres bezeichnet werden: Sie sind eine vielseitige und nahrhafte Ergänzung und Bereicherung für die Küche, besonders für Menschen mit einer rein pflanzlichen Ernährungsweise. Mit ihrem Nährstoffprofil und vielfältigen Einsatzmöglichkeiten sind sie mehr als nur ein Trend – sie sind eine nachhaltige Quelle für Gesundheit, Genuss und manche Überraschung auf deiner Zunge.

3 „Algen“-Rezepte

Dreimal überraschend leckere Rezepte mit dem Gold der Meere: