Wovon wir träumen sollen – Alina Süggeler im Interview


VEGAN PERSONALITY

Wovon wir träumen sollen – Alina Süggeler im Interview

Musikalisches Juwel und musikalische Brücken

Sie ist ein Allroundtalent. Eine starke Persönlichkeit – und sie ist unsere Patin im Veganuary: Alina Süggeler. Die Frontfrau der Band Frida Gold ist nicht nur Sängerin und Songwriterin sowie Pianistin und Model, sie hat noch viel mehr drauf. Und sie hat auch so einiges zu sagen. Seit vielen Jahren engagiert sich die Veganerin für Tiere und Umweltschutz. Grund genug für uns, im Interview noch mehr über diese engagierte Frau zu erfahren.

VELIVERY: Alina, seit über 10 Jahren bist du mit der Band Frida Gold erfolgreich. Besonders bekannt sind deine Alben „Juwel“ und „Alina“ mit tollen deutschen Liedern. So kennen dich die meisten. Wie kam es zu dieser Band und wie würdest du eure Musik und eure „Mission“ beschreiben?

ALINA: In den Anfängen ging es mit jugendlichem Leichtsinn vor allem darum herauszufinden, wie weit wir mit unserer Musik kommen würden. Wir hatten große Lust zu wachsen, wir hatten große Lust darauf, mit vielen Menschen unsere Musik zu teilen. In der damaligen, deutschsprachigen Musiklandschaft fehlte mir etwas durch und durch Weibliches. Ich hab‘ mir selbst dann diese Musik geschrieben.

VELIVERY: Du bist ja auch noch Pianistin, spielst Querflöte etc.  Spielte Musik schon immer eine Rolle in deinem Leben und was ist überhaupt dein Antrieb im Leben? Gerade wenn wir auf einen weiteren Albumtitel von dir blicken: „Liebe ist meine Religion“?

ALINA: Ich habe immer nach Verbundenheit gesucht. Durch Musik angebunden an mich, durch Musik in Verbindung mit Anderen. Musik baut eben diese Brücken.

Der erste Schritt im Wandel darf leichtfallen

VELIVERY: Du sprichst von Verbundenheit, aber auch Achtsamkeit. Was bedeutet für dich das im Alltag, in unserem Verhalten und Denken?

ALINA: Achtsames Leben bedeutet für mich bewusst und aufmerksam zu handeln.

VELIVERY: Vielleicht beginnt es mit einer Einsicht, die wie eines deiner Lieder klingt: „Die Dinge haben sich verändert“. Unsere Welt ist im Wandel, also dürfen wohl auch wir uns wandeln … Was ist dabei für dich zeitgemäß? Was genau ist bewusstes Konsumverhalten? Was also kann der Einzelne oder die Einzelne tun, ohne unbedingt gleich das ganze Leben umzukrempeln?

ALINA: Bewusster Konsum kann erstmal auch nur Konsum in Maßen bedeuten. Jeder hat da sicherlich einen Bereich in seinem Leben, in dem der erste Schritt leichtfällt. Um langfristig und nachhaltig Veränderungen im eigenen Leben zu schaffen, darf der erste Schritt dahin leichtfallen, denke ich. Ich würde immer damit anfangen mich zu fragen, warum ich konsumiere, was ich konsumiere. Wenn ich meine Motivation dahingehend geprüft habe, würde ich im nächsten Schritt schauen, wie wohl ich mich damit fühle. Ob ich irgendwo bewusst blinde Flecken dulde oder ich manche Gedanken nicht weiterdenke.

Wenn es um Fleischkonsum geht, Massentierhaltung, das damit verbundene Tierleid und die Auswirkungen auf den Klimawandel, haben, denke ich, viele von uns, wenn auch gut versteckt, „Gewissensbisse“. Ich glaube ganz fest, wenn man diese Gefühle einmal einlädt, dann sitzen sie fortan mit am Tisch. So würden wir der Thematik auf aufrichtige Art und Weise begegnen. Mittlerweile ist es kaum mehr ein Verzicht, sich vegan zu ernähren. Es gibt so viele Ersatzprodukte, sodass es nie leichter war, sich auf den Weg zu machen.

Konsequentes Leben macht richtig Freude

VELIVERY: Ja, wenn wir von achtsamen Leben sprechen, geht es sehr schnell natürlich auch um unsere Ernährung. Du selbst bist Veganerin. Seit wann ernährst du dich rein pflanzlich und wie kam es dazu?

ALINA: Ich habe vor etwas über 10 Jahren damit angefangen mich komplett vegan zu ernähren. Wir sind kurze Zeit später auf Tour gegangen und mein Körper hat mir diese Umstellung sehr gedankt. Ich fühlte mich ungewohnt leicht und super wach. Ich esse kein Fleisch mehr seit meinem 3. Lebensjahr und habe auch nie viele tierische Erzeugnisse zu mir genommen, sodass der Schritt hin zur rein veganen Ernährung für mich kein sonderlich großer mehr war. Was mir schwerer fiel, war, es mich nach und nach von den Dingen aus Leder in meinem Kleiderschrank zu trennen. Mittlerweile habe ich das geschafft. Und dieses konsequente Leben macht mir richtig Freude. Ich fühle mich einfach aufrichtig mir selbst gegenüber.

VELIVERY: Wie können wir dein Motiv noch genauer verstehen? Welche Rolle spielen die Tiere dabei? Du hast ja selbst auch Tiere, richtig?

Lieb‘ ich ein Wesen, liebe ich alle

ALINA: Als Dreijährige habe ich entschieden, dass kein Tier sein Leben für mich lassen soll. Das ist noch immer meine Überzeugung. Ich habe in meinem Leben die Freiheit zu wählen, ich kann mich entscheiden. Und ich würde mich immer dafür entscheiden, dass kein Tier meinetwegen Leid oder Tod erfährt. Ich lebe zusammen mit meinen Geschwistern und vielen Hunden aus dem Tierschutz, und da wird mir tagtäglich bewusst, lieb‘ ich ein Wesen, liebe ich alle. Ich kann da artenspezifisch keinen Unterschied machen.

VELIVERY: Dazu hast du großartige Kampagnen zum Beispiel mit PETA gemacht. Siehst du dich hier in einer Art Vorbildfunktion? Und kann das ein Lifestyle sein?

ALINA: Ich denke, wir alle haben die Kraft aufgrund der Unterschiede, die wir machen, der Überzeugung, der wir nachgehen, und der Haltung, die wir haben, Vorbild für andere zu sein. Das geht allerdings vor allem gut, wenn man Freude an dem hat, was man vertritt. Ich koche für mein Leben gern, und liebe es für andere vegane Gerichte zuzubereiten, die dann zu Botschaftern werden.

Botschafter werden für veganen Genuss

VELIVERY:  Bist du ein Genussmensch? Welches Essen kann dich begeistern und was sind deine Top-Tipps dafür, dass eine überwiegend pflanzenbasierte Ernährung gelingt und Freude macht?

ALINA: Ich kann mich an allem erfreuen, was gut riecht und gut schmeckt. Da ist es manchmal total egal, ob aufwendig zubereitet oder ganz naturbelassen. Und das ist auch das Schöne an veganer Ernährung. Es geht sowohl als auch. Wichtig finde ich, dass es auch richtig deftig wird. Ich mag gern vollmundige, geschmacksintensive Gerichte. Das darf einfach nicht fehlen. Wie man das rein vegan hinkriegt, können wir ja mal gemeinsam ausprobieren.

VELIVERY: Ein wunderbarer Vorschlag! Da haben wir bei Velivery so manche Idee. 😉 Deshalb gibt es bei uns neben den tollen pflanzenbasierten Produkten eine Riesenpalette an Rezepten, Tipps & Tricks … und deshalb sind wir so begeistert, dass du unsere Patin für den Veganuary 2024 bist. Denn das ist ja genau der Moment, wo viele gemeinsam sich dazu motivieren, es einfach mal mit mehr pflanzlichem Genuss zu probieren. Um nochmals einen wunderbaren Liedtitel von dir aufzugreifen: „Wovon träumst du“, woran glaubst du?

Träume in die Tat umsetzen

ALINA: Ich habe nie aufgehört mir diese Frage zu stellen, und finde es in diesen Tagen sehr schwer, darauf eine Antwort zu finden. Ich träume vielleicht von einer Welt, in der wir kollektiv heilen dürfen, in der jeder Einzelne genug Zuwendung bekommt und genug Selbstwirksamkeit im eigenen Leben spürt und dann, von dem Punkt aus, der Gemeinschaft sein Bestes gibt.

VELIVERY: Vielen Dank für diese kraftvollen, berührenden Impulse. – Was wird es von dir musikalisch  Neues geben in nächster Zeit?

ALINA: Wir arbeiten gerad an neuer Musik und fragen uns auch hier, wie wir unseren Weg nachhaltiger und achtsamer gestalten können.

VELIVERY: Herzlichen Dank nochmals, Alina. Alles Gute für eure Projekte und einen beschwingten Veganuary!


So manche Idee und Initiative von Alina Süggeler und ihre herzerfrischende Offenheit finden wir einfach „Gold“ Wert und freuen uns noch auf viel Neues von ihr und Frida Gold!